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Jupiter/ZeusEINSICHT UND WEITE Einsicht bedeutet heute meist Einsicht in die Tatsache der unüberschaubaren gegenseitigen Abhängigkeiten auf diesem Globus, das Erkennen weltweiter politischer, ökologischer und wirtschaftlicher Zusammenhänge und der daraus entstehenden gegenseitigen Abhängigkeiten und Zwänge. Eine Konsequenz aus dieser Erkenntnis sind die großen Firmenfusionen der letzten Zeit. Derzeit steht der Jupiter im Stier, er wird also als Einsichtsleistung oder als die Fähigkeit zur Kooperation auf wirtschaftlicher und sozialer Ebene zuständig. Anders als der Saturn, der ebenfalls im Stier steht und ziemlich rigide Forderungen in Richtung Anpassung stellt, woran er aber durch den Uranus gehindert wird (Siehe Saturn/Uranus), versteht der Jupiter die Tatsache gegenseitiger Abhängigkeiten als ein vergleichsweise freies Spiel der sozialen Kräfte, als eine Art Mobile. Der Stier-Jupiter ist manchmal ein bißchen selbstgefällig. Der Stier für sich allein ist schon das Selbstwertgefühl, der Jupiter die Vergrößerung. Es ergibt sich also das vergrößerte Selbstwertgefühl und damit die Tendenz, ein bißchen borniert nur in der eigenen Ecke herum zu plantschen, dicke Gewinne machen zu wollen und sich selbst für einen Philosophen zu halten. Es wäre wichtiger, die Chance zu nutzen, im sozialen Umfeld für eine offene, unparteiische und entideologisierte Situation zu sorgen, in der neue Ideen fruchtbar werden können. Auffällig ist das Quadrat zum Neptun, damit ergibt sich die Überschreitung aller Grenzen, die Kräfte des Jupiters erfassen potentiell ALLES! Im Sinne des wirtschaftlich getönten Stier-Jupiters sind das wohl die weltweiten Kapitalbewegungen, im Sinne der Einsichtsfähigkeit des Jupiters die weltweiten Medien, die uns ermöglichen alles was es an Informationen gibt, zu bekommen. In diesem Kontext wäre die Einsicht fällig, daß die unterschiedlichen Ideologien auf dieser Erde ein ernstes Problem darstellen, weil sie willkürliche Grenzen setzen, während die Probleme längst alle Grenzen überschreiten. Übrigens ist auch der wissenschaftlich/technische Materialismus westlicher Prägung eine Ideologie, vielleicht die gefährlichste von allen, weil die Wissenschaft immer wieder mit der Wahrheit verwechselt wird, und als „objektiv“ gilt. Tatsache ist, daß diese „objektive“ Haltung die Wirklichkeit zum Objekt ihrer Interessen macht, mit der Folge, daß der wissenschaftlich-technische Materialismus in seinen Auswirkungen unter anderem dazu führt, daß pro Tag auf der Erde ca. 100 Arten sterben. Das nennt man dann „Naturwissenschaft“. Gemessen an den Ergebnissen handelt es sich wohl weder um Natur noch um Wissen, sondern eher um eine gefährlich einseitige geistige Haltung, deren Grundannahmen längst relativiert wurden. Die wesentliche Grundannahme der Wissenschaft lautete, daß Subjekt und Objekt getrennt existieren und getrennt gehalten werden müssen, um zu „objektiven Erkenntnissen“ zu kommen. Inzwischen stellt sich aber die Wirklichkeit nicht nur als eine unteilbare Dynamik aus unterschiedlichsten klimatischen, geologischen und kosmischen Faktoren (Ozon!) sondern auch als eine Unzahl pflanzlicher, tierischer und menschlicher Subjekte dar, die sich alle gegenseitig in ihrer Existenz bedingen. Das wissenschaftliche Weltbild nach dem Technik und Wirtschaft nach wie vor gesteuert werden, ist auch von der Wissenschaft selbst, seit langem überholt. Bereits zu Beginn des Jahrhunderts zeigten Experimente in der Physik, daß Subjekt und Objekt nicht zu trennen sind. Ähnlich überaltet und fragwürdig sind aber auch viele andere Ideengebäude, die ihre Gültigkeit und ihren Wert gehabt haben mögen, solange sie der Orientierung innerhalb von in sich geschlossenen Kulturen und Gesellschaften gedient haben. Je mehr unsere Wirklichkeit und Erfahrung durch grenzüberschreitende Faktoren geprägt wird, umso wertloser, ja um so gefährlicher werden solche in sich geschlossenen Denkhaltungen. Paradoxerweise führt gerade die Erkenntnis der unüberschaubaren Vielfalt und Unteilbarkeit der Wirklichkeit und die Einsicht in die gegenseitige Abhängigkeit aller Lebensformen, Kulturen und Nationen untereinander, bei vielen zum Rückzug in die Sicherheit alter ideologischer Strukturen. Unter den gegebenen Bedingungen bedeutet Einsicht nämlich in erster Linie den Verlust an „Orientierung“ im gewohnten ideologisch begrenzten Sinne und damit ein erhebliches Maß an Verunsicherung. Je „überzeugter“ von der eigenen geistigen Haltung sich heute jemand gibt, umso größer die Chance, daß er in Wirklichkeit wissentlich oder unwissentlich daneben liegt und eine Menge verängstigter Idioten um sich sammeln wird. Solange die grundsätzlichen Widersprüche im System des wissenschaftlich/technischen Materialismus nicht geklärt und zu einer Lösung gebracht werden, wird in den westlichen Zivilisationen der Markt mit „Religionen für Idioten“ weiterhin wachsen und profitabel bleiben. Daß Einsicht den Verlust „geistiger Sicherheiten“ bedeuten kann, mögen wir nicht so gerne einsehen, das ist nämlich unangenehm und fühlt sich an, wie ein richtiges Risiko. Ganz recht, das Leben ist ein Risiko!
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