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Anthroposophische Ernährung
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Anthroposophische Ernährung

Die anthroposophische Ernährung ist mit seinem Begründer Rudolf Steiner (1861-1925) verbunden, dessen Ansätze sich mit den Grenzbereichen der rationalen, technischen Weltsicht und dem Übersinnlichen als erfahrbarer Realität auseinandersetzt. Es werden 4 Wesensglieder definiert, die den Mensch in Verbindung zu seiner Welt und dem Kosmos bringen. Elementare Bildekräfte, die sogenannten Ätherkräfte sind für mineralische und pflanzliche Erscheinungen verantwortlich. Der Lebensäther wird als eine umfassende Bildekraft betrachtet, die besonders im Wurzelbereich das Mineralische ergreift und die Gestaltbildung fördert.

Chemischer Äther ist ein wässriger Umwandlungsprozeß, der sich zwischen Blatt und Stengel vollzieht.

Als Lichtäther wird die Kraft des Lichtes bezeichnet, die das Farbenspiel der Blüten und das Chlorophyll der Blätter bewirkt.

Der Wärmeäther ist diejenige Kraft, die Früchte und Samen durch Wärme zur Reifung gelangen lassen. Das Durchdringen der Wärme durch eine Substanz ermöglicht erst Leben und Bewegung.

All diese Bildekräfte durchdringen den physischen Leib des Mineralischen, den organischen Ätherleib des Pflanzenreiches, sowie den Astralleib des Tierreiches. Der Astralleib wird für alle seelischen Gefühlsäußerungen verantwortlich gemacht.

Der Mensch als Krone der Schöpfung hat noch eine weitere Bildekraft, die für die Entwicklung der Geistseele, die sog. Ich-Organisation, verantwortlich ist. Hierbei steht die Selbstverantwortung und die Selbstbestimmung im Vordergrund der Erkenntnis.

Ernährung beeinflußt neben der Erhaltung des physischen Leibes auch die höheren Wesensglieder ( Ätherleib, Astralleib, Ich-Organisation).

Eine qualitativ hochwertige Nahrung, vornehmlich aus der biologisch-dynamischer Landwirtschaft, wird empfohlen. Dadurch wird deutlich der Geschmack, die Bekömmlichkeit und der Nährwert erhöht. Die Nahrung gelangt nach seiner Aufnahme in den menschlichen Ätherleib und anschließend in die Ich-Organisation. In diesem Umwandlungsprozeß vergeistigt die Verdauung die aufgenommene Nahrung und beeinflußt die Persönlichkeitskräfte des Menschen.

Die Bestandteile der Nahrung werden in der anthroposophischen Ernährung unterschiedlich bewertet.

Eiweiß: Das Eiweiß gilt als Trägersubstanz des Lebens. Der Eiweißbedarf des Menschen soll bevorzugt aus pflanzlichem, vor allem Getreideeiweiß, gedeckt werden. Tierisches Eiweiß soll mäßig verzehrt werden, da es die geistige Reifung behindere. Es wird kein Verbot erteilt. Ein zuviel an Eiweiß behindert die Bewußtseinsentfaltung, da es den Menschen zu sehr im Bauch verweilen läßt.

Kohlenhydrate: Es geht hierbei um Zucker in seinem natürlichen Verband wie er in Form von Stärke in Getreide, Obst und Gemüse vorkommt. Getreidearten wie Reis, Gerste, Hirse, Roggen, Mais und Weizen bilden der Ernährungsschwerpunkt.

Fette: Zur Erzeugung von Wärme und Organisation der Ich-Kräfte sind Fette unentbehrlich, auch wenn eine Einschränkung zur Vermeidung von ernährungsbedingten Krankheiten heutzutage zu beachten ist. Es werden vor allem Samenöle und Fette mit einem hohen Anteil an essentiellen Fettsäuren und Butter als Streichfett empfohlen.

Der Kiesel: Die Bedeutung der Kieselsäure wird in der Anthroposophie eine besondere Bedeutung beigemessen. Der Kiesel gilt als Formenbildner des Lebendigen. Störungen zeigen sich durch Haltungsschäden, Brüchigkeit der Nägel, Stumpfwerden der Haare, mangelnde Reaktion der Haut und Störungen verschiedener innerer Organe. Der Verzehr von Getreide gleicht eventuelle Mängel aus.

Die Ernährung wird aus ganzheitlicher Sicht heraus erklärt. Nahrungspflanzen werden als dreigegliederte Pflanzen betrachtet, die unterschiedliche Qualität und Stärkung beim Verzehr bewirken. Die Wurzel entspricht beim Menschen den Sinnen und Nerven, das Blatt/ Stengel im Organismus dem Herz und den Lungen, die Blüte und die Frucht regen Stoffwechsel und Fortpflanzung, sowie Denken, Fühlen und Wollen an. Blatt- und Kopfsalat stärken demzufolge Herz und Lunge, Wurzelgemüse sind Kopf- und Nervennahrung, Früchte und Fette regen den Stoffwechsel an.

Eine schonende möglichst naturbelassene Nahrung ist erwünscht. Getreide soll durch Wärmeprozesse wie Darren, Einweichen, Kochen, Quellenlassen aufgeschlossen werden. Das Tieffrieren und Dampfdruckerhitzen wird abgelehnt.

Die anthroposophische Ernährung ist in der Praxis undogmatisch und wird eher als ein Hilfsmittel eingesetzt , um angestrebte Gesundheits- und Entwicklungsschritte zu erreichen. Ernährungsrichtlinien werden als Empfehlung für eine bestimmte Person in entsprechender Entwicklungsphase angesehen.

Interessante Links zum Thema:

http://www.dainet.de/dain/foren/ernaehrung/ernaehrung_formen_index.htm

 

 
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